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NIS2 und Domain-Daten: Auswirkungen der neuen EU-Richtlinie für IONOS-Kunden

Nahaufnahme einer Hand auf einem Laptop, umgeben von einem digitalen Sicherheitsnetzwerk mit Vorhängeschlössern, das die sichere Handhabung von NIS2 Domain-Daten visualisiert.

Kundinnen und Kunden, die kürzlich eine Domain registriert haben, sind vielleicht einige neue Schritte aufgefallen – eine Bestätigungs-E-Mail, eine Aufforderung zur Adressbestätigung oder ein aktualisiertes Formular, das nach der Telefonnummer fragt. Das sind keine willkürlichen Änderungen. Sie sind das Ergebnis eines bedeutenden Wandels in der Regulierung von Domain-Registrierungsdaten in Europa. Wir bei IONOS haben intensiv daran gearbeitet, den Prozess für unsere Kundinnen und Kunden so reibungslos wie möglich zu gestalten.

Der Hintergrund: Warum sich die Standards für Domain-Daten ändern

Die überarbeitete EU-Richtlinie zur Netz- und Informationssicherheit, bekannt als NIS2, ist in Deutschland am 6. Dezember 2025 in Kraft getreten. Die Richtlinie enthält unter anderem neue Anforderungen daran, wie Domain-Registrare wie IONOS Registrierungsdaten von Inhabern erheben, validieren und pflegen.

Die Begründung ist nachvollziehbar: Genaue Domain-Registrierungsdaten sind ein Grundpfeiler eines vertrauenswürdigen Internets. Sie ermöglichen es Behörden, die Personen hinter Domain-Namen bei Sicherheitsvorfällen zu identifizieren und zu kontaktieren, und helfen Registries dabei, ihre Datenbanken frei von gefälschten oder veralteten Informationen zu halten. Historisch gesehen war die Qualität dieser Daten uneinheitlich. NIS2 ändert das und macht eine gründliche Datenvalidierung zur gesetzlichen Anforderung statt zur bloßen Empfehlung.

Gleichzeitig hat ICANN, das globale Gremium, das Domain-Namen beaufsichtigt, seine Registration Data Policy aktualisiert. Das Ziel ist, den Umgang mit Registrierungsdaten zu modernisieren und die Genauigkeitsanforderungen mit Datenschutzbestimmungen wie der DSGVO in Einklang zu bringen.

Technische Umsetzung und funktionale Auswirkungen

Um diese Anforderungen zu erfüllen, hat IONOS eine Reihe von Diensten eingeführt, die im Hintergrund laufen, sobald eine Domain registriert oder aktualisiert wird.

Adress- und Kontaktvalidierung

Bevor eine Domain-Bestellung abgeschlossen wird, werden die von Ihnen angegebenen Kontaktdaten – Name, Adresse, E-Mail und Telefonnummer – automatisch auf Richtigkeit und Vollständigkeit geprüft. Die Adresse wird mit Referenzdaten abgeglichen, um zu bestätigen, dass es sich um einen echten, gültigen Standort handelt. Die E-Mail-Adresse wird überprüft, und die Telefonnummer wird auf das korrekte internationale Format geprüft. Sollte etwas nicht stimmen, erhalten unsere Kundinnen und Kunden eine klare, spezifische Meldung, die vermittelt, was korrigiert werden muss. Dadurch kann das Problem sofort behoben werden.

E-Mail-Verifizierung

Bei bestimmten Domain-Typen – insbesondere Ländercode-Domains wie .de, .fr, .at und anderen – erfolgt der Versand einer E-Mail, in welcher die Adresse durch Klick auf einen Link zu bestätigen ist. Dieser Schritt verifiziert, dass die in der Domain-Registrierung angegebene E-Mail-Adresse aktiv ist und dem rechtmäßigen Inhaber zugeordnet werden kann. Dabei handelt es sich um einen einmaligen Vorgang pro E-Mail-Adresse, wobei die Verifizierung bei unveränderten Kontaktdaten dauerhaft gültig bleibt.

Hinweis: Ohne fristgerechten Abschluss der Verifizierung sehen einige Domain-Registries eine vorübergehende Sperrung der betroffenen Domain vor, bis die Bestätigung erfolgt ist. Es erfolgt eine rechtzeitige Erinnerung an diesen Vorgang, der lediglich wenige Sekunden in Anspruch nimmt.

Telefonnummer – ein neues Pflichtfeld

Seit Januar 2026 ist eine gültige Telefonnummer ein Pflichtfeld für alle Domain-Registrierungen. Falls noch keine gültige Telefonnummer zu den Kontaktdaten der Domain hinzugefügt wurde, erscheint beim nächsten Zugriff auf die Domains eine entsprechende Aufforderung.

Was ist mit dem WHOIS-Datenschutz?

Als das Gesetz zur Umsetzung der NIS2-Richtlinie am 6. Dezember 2025 in Kraft trat, hat IONOS den Dienst „Whois Privacy“ für alle Top-Level-Domains eingestellt. Persönliche Daten wie Name, Adresse und E-Mail-Adresse bleiben weiterhin geschützt und werden nicht in öffentlichen WHOIS-Verzeichnissen bekanntgegeben. Der Schutz wird nun unmittelbar durch die gesetzlichen Anforderungen der DSGVO gewährleistet. Für Privatpersonen bleiben die Daten verborgen. Für Unternehmen und Organisationen sind bestimmte Registrierungsdetails hingegen öffentlich sichtbar. Dies ist eine Anforderung der neuen Vorschriften.

Was bereits umgesetzt wurde

Identifiziert eine Domain-Registry ein erhöhtes Risiko bei einer Registrierung, kann sie seit Anfang 2026 eine zusätzliche Identitätsprüfung verlangen. Dieser wird durch einen unkomplizierten, geführten Prozess abgewickelt – bei den allermeisten Registrierungen ist diese Prüfung nicht erforderlich.

Geschäftskunden, die Domains im Namen eines Unternehmens registrieren, durchlaufen eine zusätzliche Verifizierung als juristische Person. Seit März 2026 sind die entsprechenden Unternehmensdaten im öffentlichen WHOIS-Verzeichnis sichtbar.

Notwendige Schritte zur Einhaltung der neuen NIS2-Richtlinie

Für die meisten Kundinnen und Kunden sind die Auswirkungen minimal. Es soll sichergestellt werden, dass die Kontaktdaten aktuell und vollständig sind. Dabei ist eine umgehende Reaktion auf Verifizierungs-E-Mails essenziell. Hier eine kurze Checkliste:

  • Sicherstellung der Vollständigkeit und Richtigkeit aller Kontaktdaten im IONOS-Konto, einschließlich einer gültigen Telefonnummer im internationalen Format.
  • Umgehende Bestätigung der E-Mail-Adresse nach Erhalt einer Verifizierungsanfrage (Zeitaufwand in der Regel unter einer Minute).
  • Rechtzeitige Aktualisierung veralteter Adressdaten vor der nächsten Domain-Verlängerung oder einer Änderung der Registrierungsdaten.
  • Beachtung offizieller Benachrichtigungen, da IONOS bei betroffenen Domains direkt über notwendige Schritte informiert.

Das große Bild

Diese Änderungen spiegeln ein breit angelegtes Bestreben wider, das Internet zu einem rechenschaftspflichtigeren und sichereren Ort zu machen. Genaue Domain-Registrierungsdaten helfen, Phishing, Betrug und Missbrauch zu verhindern, was letztlich alle schützt. IONOS ist bestrebt, Compliance so nahtlos wie möglich zu gestalten, damit sich unsere Kundinnen und Kunden auf den Betrieb der Website konzentrieren können, anstatt regulatorischen Papierkram zu bewältigen.

Bei Fragen, wie sich diese Änderungen auf Domains von Kundinnen und Kunden von IONOS auswirken, steht unser Support-Team gerne zur Verfügung.

Weitere Informationen zu NIS2 und den Auswirkungen auf Domain-Registrare befinden sich in unserem Hilfe-Center.

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