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new gTLD Program 2026: Was Sie jetzt wissen müssen

Das new-gtld-program-2026 erweitert den Domain-Namensraum durch neue Endungen und bietet damit mehr Auswahl für besseres Branding.

2026 öffnet ICANN erneut das new gTLD Program 2026 – die nächste Runde zur Einführung neuer Domain-Endungen. Für die meisten von uns geht es dabei nicht darum, selbst eine Endung zu betreiben, sondern darum, mehr Auswahl zu erhalten, um passendere Adressen für stärkeres Branding zu nutzen. In diesem Artikel erfahren Sie, was hinter dem Programm steckt, wie der Zeitplan aussieht und was die Veränderungen für Internetnutzerinnen und -nutzer sowie Unternehmen konkret bedeuten.

Was sind new gTLDs und wer ist ICANN?

Top-Level-Domains (TLDs) sind die Endungen nach dem letzten Punkt – zum Beispiel .de, .com oder .org. „Neue gTLDs“ (new generic Top-Level Domains) sind zusätzliche Endungen, die seit 2012 in das Domain Name System (DNS) aufgenommen wurden, wie beispielsweise .berlin oder .shop. Das DNS ist so etwas wie das Adressbuch des Internets: Es übersetzt die Zahlenreihen der IP-Adressen in leicht merkbare Namen.

Verwaltet wird dieses System von ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers), einer gemeinnützigen Organisation. Sie koordiniert die Vergabe von Domainnamen und IP-Adressen weltweit. Ziel der neuen gTLDs ist es, Vielfalt, Wettbewerb und Nutzwert im Namensraum des Internets zu erhöhen.

Rückblick 2012: Was blieb aus der ersten Runde

Im Rahmen des New-gTLD-Programms 2012 konnten Unternehmen, Städte und Organisationen ihre Wunschendungen bei ICANN beantragen. Pro Bewerbung war eine Gebühr von 185.000 US-Dollar fällig. So sollte sichergestellt werden, dass nur ernsthafte Betreiber teilnehmen. Bis zum Ende der Bewerbungsphase im April 2012 gingen 1.930 Anträge ein, darunter viele Marken-, Stadt- und generische Begriffe.

Am sogenannten „Reveal Day“ im Juni 2012 veröffentlichte ICANN dann die vollständige Liste aller beantragten Endungen und ihrer Bewerber. Jede Bewerbung wurde anschließend in einem mehrstufigen Verfahren geprüft – formal, technisch, finanziell und rechtlich. Die erfolgreichen Bewerber schlossen Registry-Verträge, bestanden technische Pre-Delegation-Tests und konnten ab Ende 2013 die ersten Domains unter ihren neuen Endungen registrieren lassen.

Die erste Einführungsrunde führte zu über 1.200 neuen Endungen, darunter auch einige in nicht-lateinischen Schriften. Etablierte Beispiele aus dieser Runde sind .xyz, .shop, .store und.tech. Sie stehen für kürzere, merkfähige Namen und eine klare thematische Zuordnung.

In der breiten Öffentlichkeit gerieten die neuen gTLDs erstmals wirklich in die Schlagzeilen, als Google für die Alphabet-Holding die Domain abc.xyz registrierte. Dieser Schritt erhöhte die Wahrnehmung der neuen Endungen schlagartig, sorgte für viel Medienresonanz und zeigte, dass auch große Marken das Potenzial der neuen gTLDs ernst nehmen.

Welche Endungen 2024 besonders gefragt sind, zeigt zum Beispiel die IONOS-Auswertung zu beliebten Domainendungen.

Warum jetzt eine neue Runde?

Seit 2012 hat sich die digitale Welt rasant verändert:

  • Die fortschreitende Digitalisierung hat den Bedarf an Domains weltweit explodieren lassen.
  • Klassische Endungen wie .com oder .net sind stark ausgelastet. Kurze, einprägsame Namen sind dort oft schon vergeben.

Um das Internet zukunftsfähig zu machen, Nutzerinnen und Nutzer mehr Auswahl bei ihren Domains zu bieten und den Namensraum inklusiver zu gestalten, sollen neue gTLDs künftig…

  • … zusätzliche Schriftsysteme und Sprachen abbilden,
  • … lokale und thematische Endungen stärken,
  • … und einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Universal Acceptance ermöglichen – also dahin, dass alle gültigen Domainnamen und E-Mail-Adressen (unabhängig von Schrift und Länge) weltweit zuverlässig funktionieren.

So läuft das new gTLD Program 2026

Die Regeln für die „Next Round“ fußen auf jahrelanger Community-Arbeit, insbesondere der Generic Names Supporting Organization (GNSO). Das Policy-Entwicklungsorgan innerhalb der ICANN erarbeitet in einem offenen Community-Prozess Richtlinien für generische Top-Level-Domains (gTLDs) und legt sie anschließend dem ICANN Board als Emphehlung vor.

ICANN hat den Fahrplan für die New gTLD Program: Next Round konkretisiert: Die Antragsphase soll im April 2026 für 12–15 Wochen starten. Das zugehörige Applicant Guidebook (AGB) – die „Spielregeln“ – wurde im November 2025 vom ICANN‑Board angenommen. Das AGB definiert im Detail die formalen, technischen, finanziellen und rechtlichen Anforderungen an Bewerberinnen und Bewerber und bildet damit die verbindliche Grundlage für das gesamte Bewerbungsverfahren.

Für das Ökosystem bringt die neue Runde u. a. vorab geprüfte Registry‑Dienstleister (RSP Evaluation Program) und ein neues TLD Application Management System (TAMS), das die Antragsabwicklung zentralisiert.

Der Ablauf des new gTLD Program 2026

  1. Vorbereitung (jetzt bis Anfang 2026): AGB lesen, Konzept ausarbeiten, geeignete Registry Service Provider (RSP) auswählen. ICANN veröffentlicht vorab geprüfte RSPs.
  2. Antragseinreichung (April 2026, 12–15 Wochen) via TAMS: Detaillierte Angaben zu Technik, Betrieb, Finanzen, Missbrauchsbekämpfung, Community- oder geografischem Bezug, etc.
  3. Evaluierung & Einwände: Prüfen von Stabilität, Sicherheit, Verwechslungsgefahr und Rechten Dritter. Es können formelle Einwände („Objections“) erhoben werden, z. B. zu Markenrechten oder Community-Interessen.
  4. String‑Kollision/Contention: Bewerben sich mehrere Parteien auf denselben „String“ (also dieselbe TLD wie z. B. .shop), gibt es künftig keine privaten Auktionen mehr. Stattdessen kommen ICANN Auctions of Last Resort oder Community-Prioritätsmechanismen zum Einsatz.
  5. Vertrag & Delegierung: Abschluss des Registry-Vertrags, technische Pre-Delegation-Tests, Delegierung der TLD in die Root Zone und anschließender Launch mit Sunrise- und Claims-Phasen.

Zeitliche Orientierung (Stand: Dezember 2025)

  • November 2025: AGB vom Board angenommen (ICANN84, Dublin).
  • April 2026: Start des Antragsfensters (12–15 Wochen).
  • Ab Q2 2026/2027: Evaluierungen, Einwände und Contention-Lösungen; danach Verträge, Tests und Launchphasen (Sunrise/Claims).

Was bedeutet die Einführung von neuen gTLDs für Internetnutzerinnen und Unternehmen?

Die Einführung neuer gTLDs verändert das Adressbuch des Internets spürbar – für Privatpersonen genauso wie für Unternehmen. Statt sich mit langen, umständlichen oder bereits vergebenen Domains zufriedengeben zu müssen, eröffnen neue Endungen neue Möglichkeiten für Branding, Wiedererkennung und Sicherheit.

Konkret bedeutet das:

  • Mehr Auswahl & Passgenauigkeit: Endungen können Branche, Region oder Community klarer abbilden. Das ist nützlich fürs Branding und um verständliche Adressen zu kreieren.
  • Internationalisierung: Mehr IDN‑Endungen (z. B. in weiteren Schriften) erleichtern lokale Ansprache und digitale Inklusion.
  • Sicherheit & Vertrauen: .brand‑TLDs schaffen einen geschlossenen, kontrollierten Raum. Phishing wird somit erschwert.

Markenschutz im neuen Namensraum

Mit dem new gTLD Program 2026 wächst der Namensraum des Internets erneut – und damit die Zahl der möglichen Domain-Kombinationen, unter denen ein Markenname registriert werden kann. Für Unternehmen bedeutet das einerseits mehr Möglichkeiten für präzises Branding (z. B. unter branchenspezifischen oder regionalen Endungen), andererseits aber auch mehr Angriffsfläche für Missbrauch, Trittbrettfahrer oder Phishing.

Wer seine Marke schützen will, sollte seinen Namen nicht nur kreativ nutzen, sondern ihn auch konsequent „verteidigen“ und frühzeitig Vorsorge treffen.

Genau hier setzt das Trademark Clearinghouse (TMCH) an: Es fungiert als zentrale Datenbank für verifizierte Markenrechte und ist ein zentrales Schutzinstrument im Kontext neuer gTLDs. Markeninhaber, die ihre Marken im TMCH hinterlegen, profitieren von zwei wichtigen Schutzmechanismen:

  • Sunrise-Phase: Vorzugsregistrierung passender Domains unter neuen Endungen noch vor dem allgemeinen Start.
  • Trademark Claims: Hinweise, wenn Dritte identische oder ähnliche Begriffe registrieren wollen, inklusive Benachrichtigungen an die Markeninhaber.

So können Unternehmen proaktiv handeln, ihre wichtigsten Namen früh sichern und potenziell problematische Registrierungen frühzeitig erkennen. Bleibt es dennoch strittig, stehen etablierte Verfahren wie die UDRP (Schlichtung bei Domain-Streitigkeiten) und die URS (schnelle Suspendierung bei klaren Fällen) zur Verfügung, die auch in neuen gTLDs greifen.

Wichtig für 2026:Closed Generics“ – also die exklusive Nutzung rein generischer Begriffe als TLD ohne Markenbezug – sind in dieser Runde ausgeschlossen. Das senkt Missbrauchsrisiken und sorgt für mehr Fairness im Namensraum.

Was wir vom new gTLD Program 2026 erwarten können

Mit dem new gTLD Program 2026 startet keine völlige Revolution, sondern eher die „zweite Generation“ der neuen Internet-Endungen – auf Basis von über zehn Jahren Erfahrung. Viele Kinderkrankheiten der ersten Runde wurden adressiert, Prozesse verfeinert und Rollen klarer definiert.

Gleichzeitig gilt: Die neuen Endungen aus der 2026er-Runde werden nicht sofort sichtbar sein. Realistischerweise dauert es mindestens ein bis zwei Jahre, eher länger, bis die ersten davon tatsächlich für Registrierungen geöffnet werden. Langfristig ist damit zu rechnen, dass viele Hundert zusätzliche TLDs in den Namensraum kommen. Zu rechnen ist mit mehr Themen- und Sprachendungen sowie weiteren .brand-TLDs.

Für Internetnutzer und Unternehmen bedeutet das: Die bestehende digitale Identität (z. B. unter .de oder .com) bleibt wichtig, sollte aber strategisch ergänzt werden. Wer früh beobachtet, welche neuen Endungen zur eigenen Marke oder Zielgruppe passen, kann sich später gezielt zusätzliche, einprägsame Domains sichern und so die eigene Sichtbarkeit und Sicherheit im Netz stärken.

Für IONOS Kund:innen ist das new gTLD Program 2026 ein wichtiger Meilenstein: Es eröffnet noch mehr Freiheit, eine Online-Identität zu gestalten, die die eigene Marke wirklich widerspiegelt. In einem Markt, in dem Markenfähigkeit ein klarer Wettbewerbsvorteil ist, ermöglicht die wachsende Vielfalt an Domain-Endungen Unternehmen, Webadressen zu wählen, die ihren Zweck auf den ersten Blick vermitteln – mit einer Domain-Endung, die sich für die eigenen Kund:innen ganz natürlich anfühlt.

Gleichzeitig wächst mit dem Spielraum für intuitive und einprägsame Domainnamen auch die Komplexität, all diese Möglichkeiten im Blick zu behalten und rechtzeitig zu sichern. Genau hier schließen wir die Lücke: IONOS beobachtet neue gTLDs fortlaufend, begleitet Nutzer:innen durch relevante Launches und stellt sicher, dass unsere Kund:innen diese neuen Chancen optimal nutzen können – in dem Wissen, dass ihre Domains und Markenwerte bei IONOS in guten Händen sind.

Michaela Cruden, Director Domains, DNS and SSL, IONOS Group

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