Neun europäische Städte, 45 Konsortialpartner, ein gemeinsames Ziel: Mobilitätsdaten souverän und grenzüberschreitend nutzbar machen. Mit deployEMDS operationalisiert die EU im Rahmen des Programms „Digitales Europa“ den Europäischen Mobilitätsdatenraum und legt damit den Grundstein für vernetzte urbane Mobilität von Tampere bis Barcelona. IONOS stellt die Cloud-Infrastruktur bereit, auf der dieses Ökosystem läuft.

Strategische Vorteile eines Europäischen Mobilitätsdatenraums
Fahrpläne des öffentlichen Nahverkehrs, Mikromobilitäts-Telemetrie, städtische Lichtsignalanlagen und die Überwachung von Niedrigemissionszonen existieren heute weitgehend isoliert. Ein Datenraum entfaltet seinen vollen Nutzen durch Skalierung und nahtlose, grenzüberschreitende Erweiterung des Ökosystems. So entstehen vernetzte Mobilitätsnetzwerke in neun zentralen Pilotregionen: Tampere, Sofia, Stockholm, Mailand, Barcelona, der Region Île-de-France, Lissabon, Flandern und Budapest.
Die Überbrückung städtischer Datensilos zu einem föderierten Ökosystem erschließt zentrale operative Vorteile in den beteiligten Gebietskörperschaften:
- Benchmarking und Best Practices: Ermöglicht grenzüberschreitende Leistungsvergleiche und die lokale Anpassung bewährter Verkehrstechnologien.
- Prädiktive Planung: Kombiniert regionale Daten zur Erstellung robusterer Vorhersagemodelle für langfristige Stadtpolitik und Infrastrukturänderungen.
- Standardisierung und Zusammenarbeit: Treibt gemeinsame internationale Initiativen voran und harmonisiert Verkehrsmanagement-Standards in ganz Europa.

IONOS als Cloud-Fundament von deployEMDS
Als einer von 45 Konsortialpartnern aus 11 europäischen Ländern stellen wir bei IONOS die souveräne Cloud-Compute-Leistung, hochperformante Netzwerke und die Hosting-Infrastruktur bereit, die diese regionalen Piloten antreiben.
Der Aufbau eines mandantenfähigen, grenzüberschreitenden Datenraums stellt hohe Anforderungen an Skalierbarkeit und Data Governance. Teilnehmer müssen die vollständige Kontrolle über ihre Datensätze behalten – bei gleichzeitig geringer Latenz.
Datensouveränität und Compliance in der Praxis
Datenräume unterscheiden sich grundlegend von zentralen Data Warehouses. Sie basieren auf föderierten Architekturen, bei denen die Daten an der Quelle verbleiben und nur unter strengen Richtlinienkontrollen geteilt werden. Diese Architektur verlangt Hosting-Umgebungen, die der DSGVO und europäischen Souveränitätsmandaten entsprechen.
Die von uns bereitgestellte Infrastruktur entspricht den technischen Standards von Gaia-X und stellt sicher, dass Datenaustauschmechanismen unter definierter europäischer Governance laufen. Sensible kommunale und nutzerbezogene Daten verbleiben so innerhalb der europäischen Jurisdiktion. Vendor-Lock-in und unbefugter externer Datenzugriff werden strukturell verhindert.
Technische Architektur und Infrastruktur-Deployment
Die Bereitstellung von Datenraum-Konnektoren (wie den Eclipse Dataspace Components), des Vocabulary Hubs, der Observability-Komponente, also der Überwachung und Nachverfolgbarkeit von Systemzuständen, sowie des IAM (Identity and Access Management, dt. Identitäts- und Zugriffsverwaltung) erfordert konsistente, hochverfügbare Cloud-Ressourcen. Der technische Stack nutzt mehrere zentrale Infrastruktur-Funktionen:
- Automatisierte Container-Orchestrierung: Verwaltete Kubernetes-Cluster unterstützen die Bereitstellung von containerisierten Daten-Konnektoren, Microservices und API-Gateways über isolierte Netzwerksegmente hinweg.
- Interoperables Konnektor-Hosting: Standardisierte virtuelle Instanzen hosten Datenraum-Konnektoren und erleichtern die Protokollübersetzung, die dynamische Identitätsprüfung und die automatisierte Durchsetzung von Richtlinien zwischen Datenanbietern und -konsumenten.
- Infrastruktur-Ressourcenmanagement und Automatisierung: Systemadministratoren nutzen programmierbare APIs und Konfigurationsmanagement-Tools (einschließlich Terraform und Data Center Designer), um Umgebungskonsistenz, schnelle Skalierung und reproduzierbare Deployments über alle regionalen Knoten hinweg aufrechtzuerhalten.
- High-Throughput-Speicher und Networking: Redundante Block- und Object-Storage-Lösungen mit internen Netzwerken geringer Latenz gewährleisten die unterbrechungsfreie Synchronisation hochfrequenter Mobilitäts-Telemetriedaten.
Umsetzung in den Pilot-Anwendungsfällen
Die Infrastruktur unterstützt konkrete städtische Mobilitätsanwendungen, die derzeit in den beteiligten Pilotstädten validiert werden:
- Multimodale Transportintegration: Aggregation von Echtzeit-Feeds aus dem öffentlichen Nahverkehr und von privaten Betreibern zur Ermöglichung anbieterübergreifender Reiseplanung.
- Dynamisches Umweltmanagement: Verknüpfung von Echtzeit-Verkehrsvolumendaten mit städtischen Luftqualitätssensoren zur dynamischen Steuerung von Niedrigemissionszonen.
- Grenzüberschreitende Daten-Interoperabilität: Test standardisierter Datenmodelle, damit Mobilitätsdienste ohne individuelle Integrations-Pipelines über Gemeindegrenzen hinweg funktionieren.

deployEMDS als Blaupause für europäische Datenräume
Die Umsetzung von deployEMDS erweist sich als praktische Referenzarchitektur für künftige domänenspezifische Datenräume in Europa. Mit dem Reifen der Pilotprojekte verlagert sich der Fokus auf die Optimierung der Konnektor-Performance, die Verfeinerung der automatisierten Richtliniendurchsetzung und die Skalierung der Datenaustausch-Knoten auf weitere europäische Kommunen.
Weiterführende Links:
- deployemds.eu
- Towards a common European mobility data space
- IONOS Cloud
- deployEMDS: Vom Konzept zur praktischen Anwendung des Europäischen Mobilitätsdatenraums
- The necessity of sharing and combining mobility data
- DeployEMDS, the common European mobility data space starts to become reality
- deployEMDS
- Technische Dokumentation
- Data space for mobility (deployment)