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Cloud in Deutschland – What’s next? 

Das Jahr 2023 markiert einen Meilenstein, was die Verbreitung von Cloud-Technologie in deutschen Unternehmen angeht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der International Data Corporation (IDC), die Matthias Zacher, Senior Consulting Manager des Unternehmens, auf dem IONOS Summit 2023 vorgestellt hat.*

82 Prozent der befragten IT-Entscheider in deutschen Unternehmen geben an, die Cloud bereits zu nutzen – mehr als je zuvor. Sieht man genauer hin, erkennt man jedoch zwei Lager: 44 Prozent der Unternehmen berichten von einer umfassenden Nutzung, während 38 Prozent eine begrenzte Nutzung angeben. 

Anwendungen sind vielfältig

Ein Grund für diese Spaltung liegt darin, dass die Anwendungen sehr breit gefächert sind. Matthias Zacher sagte dazu: “Es gibt sicher so viele Anwendungsfälle wie Unternehmen”. Auf Ebene der Infrastruktur sind die wichtigsten Punkte die Virtualisierung, Flexibilisierung der Infrastruktur und die Skalierung. Auf Anwendungsebene ist das große Schlagwort Cloud Native. Das liegt laut Matthias Zacher daran, dass sich in den Anwendungen der Business Nutzen für die Unternehmen zeigt. Mit einer cloud-nativen Softwareentwicklung lassen sich die Anwendungen schnell den wechselnden Anforderungen anpassen. Klassische Anwendungen, die cloud-native entwickelt werden, sind die Apps, die jeder von uns auf dem Smartphone nutzt.

Um dafür vorbereitet zu sein, braucht es jedoch erst einmal eine Enwicklungsplattform, die verschiedene Funktionalitäten bereitstellt. Microservices und Containerisierung sind hier von großer Bedeutung. Genauso wichtig wie die technischen Voraussetzungen ist laut Zacher auch, dass Unternehmen die Mitarbeitenden auf die Reise ins Cloud-Native-Zeitalter mitnehmen. 

Flexibilisierung ist der wichtigste Nutzen der Cloud

Befragt nach dem konkreten Nutzen von Cloud im Unternehmenseinsatz steht das Thema Flexibilisierung auf Rang Eins. Die IT kann die Anwendungen besser unterstützen,  Geschäftsprozesse lassen sich dadurch umfassend digitalisieren. Ein Drittel der Befragten sieht hier den größten Nutzen der Cloud. Darauf folgt eine höhere Produktivität in den Fachabteilungen und in der IT. Für 32 Prozent hat dieser Aspekt den größten Nutzen.

Aktuell ist aber auch die Flexibilisierung der Kosten ein wichtiger Faktor. “Da kann die IT zum Beispiel über ein Cloud-Nutzungsmodell sehr viel beisteuern”, so Zacher. Langfristig wird die Cloud ihre Vorteile für die Kostenreduzierung immer ausspielen. Wichtig ist dabei, dass die Unternehmen die Anwendungen mit der Cloud modernisieren und kosteneffizienter gestalten. Kurzfristig müssen die Unternehmen genauer hinsehen: Welche Applikationen und welche IT-Ressourcen braucht man und welche nicht? Ein einfacher Lift-und-Shift-Ansatz verringert die Kosten nur selten.   

Hürden beim Cloud-Einsatz

Zwar ist Cloud in der Breite mittlerweile angekommen, dennoch nutzt ein Fünftel der Befragten sie noch nicht in ihren Unternehmen. Matthias Zacher sieht einen Grund dafür im fehlenden Know-how: “Besonders viele kleine und mittlere Unternehmen nutzen die Cloud nicht. Große Unternehmen haben dagegen spezialisierte IT-Abteilungen – hier ist die Cloud gesetzt.”

Trotz der Hürden empfiehlt Zacher jedem Unternehmen den Einsatz von Cloud-Lösungen: “Es gibt extrem viele Cloud-Angebote, von denen für jedes Unternehmen auch etwas Sinnvolles dabei ist – auch wenn das manchmal nur für einzelne Fachabteilungen wie das Marketing gilt.” Eine passende Herangehensweise ist es, einzelne Geschäftsprozesse unter die Lupe zu nehmen und sich zu fragen, wie diese optimiert werden können. Cloud-Lösungen sind hier oft ein passender Weg. 

Wo geht die Reise hin?

Zacher wagt auch einen Blick in die Zukunft. “Unternehmen werden künftig stärker einen Cloud-Best-Ansatz nutzen – ausgehend von der Businessanforderung suchen die Anwender die beste Antwort.” Das kann die Cloud, aber auch ein On-Prem-Ansatz sein. Selbstverständlich wird auch das Thema Intelligenz in verschiedenen Formen die Cloud-Landschaft prägen – sowohl bei den Anbietern als auch bei den Nutzenden. Ein dritter wichtiger Aspekt ist der Trend zu FinOps. Damit soll das Bewusstsein für die Kosten, die durch die Cloudnutzung entstehen, geschärft werden. Der großer Wert von FinOps ist es, die Cloud- und auch die restliche IT-Infrastruktur transparenter darzustellen. Immerhin 41 Prozent der befragten IT-Entscheider erwarten sich durch die Cloud eine Kostenersparnis. 

Mit einem Blick auf das konkrete Bereitstellungsmodell sieht Matthias Zacher den Trend zu hybriden Szenarien: “Viele Unternehmen haben eine historisch gewachsene Struktur mit bestehenden On-Prem-Ressourcen. Um neue Cloud-Lösungen zu integrieren, ist das Hybridmodell die beste Lösung.” Weitergeführt endet das in einem multiplen Architektur-Ansatz, in dem mehrere Cloud-Provider parallel genutzt werden. Zudem wird auch das Thema Edge Computing die nächsten Jahre prägen, also die Frage, ob Computing zentral oder dezentral stattfindet. Hier schließt sich der Kreis zum Cloud-Best-Ansatz, denn je nach Use Case gilt es das optimale Bereitstellungsmodell zu finden und in eine Architektur einzubetten. 

Das ganze Gespräch mit Matthias Zacher finden Sie als Folge des Inside IONOS Podcasts hier.

* IDC hat im Februar 2023 eine primäre Marktbefragung durchgeführt, um Einblicke in die Pläne, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren von deutschen Unternehmen über die Nutzung geschäftskritischer Anwendungen in der Cloud und bei der Optimierung der Cloud Operations zu erhalten. Anhand eines strukturierten Fragebogens wurden branchenübergreifend 200 Organisationen in Deutschland mit mehr als 100 Mitarbeitern befragt. IDC hat nur solche Unternehmen befragt, die Cloud Services und Cloud-Technologie nutzen oder aktuell einführen.

Kommentare

  1. Benjamin sagt:

    Die Tatsache, dass 82 Prozent der befragten IT-Entscheider bereits die Cloud nutzen, ist ein deutlicher Hinweis darauf, wie weit die Verbreitung von Cloud-Technologie in den letzten Jahren fortgeschritten ist. Die Unterscheidung zwischen umfassender und begrenzter Nutzung verdeutlicht, dass Unternehmen die Cloud auf unterschiedliche Weisen integrieren.

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